Aus Fehlern soll man lernen - sie nicht wiederholen | Online anzeigen
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Juli 2022

FokusOst
Was für den Osten wichtig ist und wird.

Guten Morgen,,
die Inflationsrate hat im Juni mit -0,3 Prozentpunkten im Vergleich zum Vormonat überraschend nachgelassen. Doch wer jetzt denkt, dass damit eine Entspannungsphase eingetreten sei, irrt. Neben dem 9-Euro-Ticket ist wohl der Tankrabatt zu nennen, der, ob sinnvoll oder nicht (darüber wird bekanntlich gestritten), den Teuerungstrend vorübergehend ausbremst. Zwar kann man vor den höheren Preisen nicht fliehen, aber dennoch eine kurze Auszeit nehmen. Die Sommerferien stehen kurz vor der Tür. Mecklenburg-Vorpommern gibt hier den Ton vor und setzt mit dem neu geschaffenen Posten des Tourismusbeauftragten die Zeichen auf Urlaub.

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 Aus Fehlern soll man lernen - sie nicht wiederholen

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Bereits vor Corona, aber seit der Pandemie in noch viel stärkerem Maße erleben wir hierzulande eine Art wirtschaftshistorischen Gedächtnisverlust. Dieser speziellen Amnesie fällt der jahrzehntelange Grundkonsens der Sozialen Marktwirtschaft, nämlich dass der Staat nicht Akteur, sondern Schiedsrichter des ökonomischen Geschehens sein soll, immer mehr zum Opfer.

Besonders ideologisch umkämpft ist dabei die Wohnungsbaupolitik. So drängt in Berlin die Initiative „Deutsche Wohnen enteignen“ auf die Vergemeinschaftung der Bestände großer Wohnungsunternehmen. Nachdem ca. eine Million Berlinerinnen und Berliner beim Volksentscheid dies befürworteten, hat der Senat inzwischen die Enteignungskommission eingesetzt. Bis Mitte 2023 soll diese ein Urteil darüber fällen, ob überhaupt enteignet werden darf oder nicht.

Was sollte Richtschnur die Entscheidung sein? Der Versuch einer Antwort im Klartext.

Was uns besonders wichtig ist

OstBV-Positionspapier: Aufbruch jetzt! Damit Deutschland ein starker Standort bleibt
Das Ende der Pandemie und der Krieg in Europa fordern neue Prioritäten in Wirtschafts- und Finanzpolitik. Der OstBV hat dazu seine wirtschaftspolitischen Positionen veröffentlicht. Mehr
Vorgestellt: Ein Medizinroboter aus Jena
Ein Leipziger Chefarzt und ein früherer Topmanager haben sich in Jena zusammengetan, um den ersten OP-Roboter „Made in Germany“ zu entwickeln. Seit diesem Frühjahr erobert ihr Hightech-Gerät den Markt. Er soll roboter-assistierte Medizin für alle zugänglich machen. Mehr
Umfrage: Nachhaltige Geldanlagen auf dem Vormarsch
Der Markt für nachhaltige Geldanlagen wächst kontinuierlich. Allein von 2018 bis Ende 2021 nahm das Volumen dieser Anlagen von 219 Mrd. Euro auf inzwischen über 500 Mrd. Euro zu. Ein aktuelle Bevölkerungsumfrage des Bankenverbandes bestätigt die zunehmende Beliebtheit nachhaltiger Geldanlagen auch im laufenden Jahr. So investieren mittlerweile 11 Prozent der Deutschen in entsprechende Produkte. Mehr
Der OstBV erweitert sein Netzwerk: ING-DiB und VietinBank werden Mitglieder
Die ING Deutschland ist mit über 9 Millionen Kundinnen und Kunden die drittgrößte Bank in Deutschland. Ein Fokus der Angebotspalette liegt dabei auf dem Geschäft mit Verbraucherinnen und Verbrauchern. Darüber hinaus arbeitet das Institut bei der Kreditvergabe an kleine und mittlere Firmen mit der Online-Plattform Lendico zusammen und bietet auch Bankdienstleistungen für große, internationale Unternehmen an. Mit über 6.000 Mitarbeitenden ist das Institut in Frankfurt am Main (Hauptquartier), Berlin, Hannover, Nürnberg und Wien vertreten.

Die Vietnam Joint Stock Commercial Bank for Industry and Trade (VietinBank) ist eine der führenden Geschäftsbanken Vietnams. Als erste Bank des südostasiatischen Landes hat sie Niederlassungen in Europa eröffnet. In Deutschland betreut sie seit Anfang der 2010er Jahre von Frankfurt am Main und Berlin aus ihre Kund/innen im Privat- und Firmenkundensegment. Im Besonderen konzentriert sich das Institut dabei auf die Begleitung der Handelsbeziehungen zwischen beiden Volkswirtschaften und den involvierten Unternehmen sowie die Unterstützung von vietnamesischen Studierenden durch das Angebot von Sperrkonten.

Politikeinblicke

MPK Ost: Impulse für den Wirtschaftsstandort
Die Energiepolitik war das dominierende Thema bei dem Treffen der ostdeutschen Ministerpräsident/innen und der Bundesregierung auf der Insel Riems. Doch nicht nur Möglichkeiten zum Abfedern steigender Energiepreise sind in der sogenannten Riemser Erklärung festgehalten, sondern auch eine Reihe von Maßnahmen zur Förderung des Ostens. So soll z.B. eine Interessenvertretung Wasserstoff Ostdeutschland (IOW) geschaffen werden, in diesem Jahr ein Fachkräftegipfel Ostdeutschland stattfinden und die Akzeptanz in der Bevölkerung für den Ausbau der erneuerbaren Energien gestärkt werden. Auch forderten die ostdeutschen Landesregierungen Entlastungen für Rentner/innen, Soloselbstständige und Studierende zu prüfen und umzusetzen.
Berlin: Erste Bilanz der Senatskommission Wohnungsbau
„Eine Kultur des Möglichmachens“ – das benötige Berlin, wenn es um Sachen Wohnungsbau gehe, so Andreas Geisel, Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen bei der Bilanzvorstellung der Kommission Wohnungsbau. In den ersten zwei Monaten seien bereits 19 Einzelprobleme gelöst und entschieden worden. Nicht zuletzt unterzeichneten die Regierende Bürgermeisterin, Franziska Giffey, und Geisel gemeinsam die Bündnisvereinbarung für Wohnungsneubau und bezahlbares Wohnen. Durch Kooperation statt Konfrontation soll der Wohnungsneubau angekurbelt und die Mieten bezahlbar gehalten werden.
Berlin: Businessplan für attraktiven Wirtschaftsstandort
Die IHK Berlin hat mit ihrem 3+1 Businessplan Handlungsempfehlungen für die Stadt Berlin entwickelt. Vier Expertenteams haben zu den Bereichen „Funktionierende Stadt“, „Pragmatische Stadtentwicklung“, „Wirksame Bildung“ und „Nachhaltige Metropole“ Leitlinien verfasst, wie die Hauptstadt den Status eines attraktiven Wirtschaftsstandortes erhalten bzw. weiterentwickeln kann.
Brandenburg: Flughafen BER erhält 146,5 Millionen Euro extra
Der Finanzausschuss des Landtags hat Mittel aus dem Corona-Hilfspaket freigegeben. Trotz Pandemie und Krieg in der Ukraine soll der Flughafen finanzielle Selbstständigkeit bis 2026 erreichen können, so BER-Chefin Aletta von Massenbach. Um für Stabilität zu sorgen, müsse 2022 das Ziel von 17 Millionen Passgieren erreicht werden. Das grundlegende Finanzproblem am BER löse sich damit jedoch nicht.
Mecklenburg-Vorpommern rückt Tourismus an oberste Stelle
Die Landesregierung hat mit der Berufung von Tobias Woitendorf als erstes Bundesland einen Tourismusbeauftragen eingesetzt, um die touristischen Entwicklungsziele umzusetzen. Woitendorf soll als Mittler zwischen MV-Tourismusakteuren und der Landesregierung wirken. Parallel dazu wurde landesweit erstmalig das Prädikat „Tourismusregion“ dem Gemeindezusammenschluss „Mönchgut-Granitz“ auf der Insel Rügen verliehen. Die Tourismusorte wollen dabei verstärkt zusammenarbeiten, um besser Synergien etwa bei der entsprechenden Infrastruktur zu nutzen.
Sachsens digitaler Wandel: 100 Tage Digitalagentur
Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig hat die Ergebnisse einer Online-Umfrage zum digitalen Wandel sowie die 100-Tage-Bilanz der Digitalagentur Sachsen (DiAS) vorgestellt. Laut Umfrage stehen über 80% der Teilnehmenden dem digitalen Wandel positiv gegenüber und sehen in der Digitalisierung einen großen Nutzen. Auch besteht bei der Mehrheit der Wunsch einer erhöhten staatlichen Einflussnahme auf den Wandel. Die DiAS, als Nachfolgeeinrichtung des Breitbandkompetenzzentrums, unterstützt seit März kommunale Akteure und Bürger/innen in digitalen Belangen. Bisher seien in Sachsen 184 geförderte Breitband-Projekte in der Umsetzung.
Sachsen-Anhalt: „Haus Sonneck“ wird Transformations-Akademie im Mitteldeutschen Revier
Im Tagungs- und Bildungszentrum „Haus Sonneck“ in Großjena soll eine Akademie entstehen, die den Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier begleitet. Durch bauliche und inhaltliche Modernisierung soll aus der bestehenden Heimvolkshochschule ein Ort werden, der arbeitsmarktorientierte Projekte im Auftrag des Sozialministeriums umsetzt.
Thüringen: Runder Tisch zur Zukunft des Bosch-Standorts in Arnstadt
Um den Konflikt mit dem Bosch-Standort in Arnstadt zu lösen, von dem 100 Beschäftigte betroffen sind, hat der Betriebsrat einen runden Tisch einberufen. Circa ein Jahr nach der Verkündung der Schließung sind die Beschäftigten immer noch freigestellt. Grund sei das Ausbleiben von Kundenaufträgen. Bosch soll dabei die Suche nach einem externen Investor gemeinsam mit der LEG vorantreiben.

Wirtschaftsausblicke

Energieversorgung in Ostdeutschland – Union fordert Unterstützung für Raffineriestandorte
Um die Unterstützung in der Energieversorgung Ostdeutschlands dreht sich ein kürzlich eingebrachter Antrag der Unionsfraktion im Bundestag. Die CDU/CSU fordern darin die Bundesregierung auf, sowohl die Versorgung der Raffinerien in Leuna und Schwedt mit Rohöl als auch die Versorgungssicherheit Ostdeutschlands mit Kraftstoffen zu gewährleisten. Zudem sollen die ostdeutschen Bundesländer dabei unterstützt werden, zu einem führenden Standort bei der Produktion von strombasiertem Kerosin aus erneuerbaren Energien zu werden.
Mehr Arbeitsplätze durch neue Behörden in strukturschwachen Regionen, jedoch kaum Zuzug
Laut Studienergebnissen des ifo-Instituts Dresden eignen sich Behördenansiedlungen nur bedingt, um strukturschwache Regionen zu beleben. Vielmehr entstünden Arbeitsplätze für die bereits in einer Region lebende Bevölkerung. Eine Verlagerung von Behörden, die hochqualifizierte Beschäftigte und Fachkräfte benötige, könne sogar dazu führen, dass die Einrichtungen in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt seien.
Berlin im Startup-Ökosystem weiterhin weit vorne
Berlin hat im Global Startup Ecosystem Report 2022 den 16. Platz erreicht. Auf den Startup-Sektor der Hauptstadt entfielen zuletzt 60% des gesamten in Deutschland investierten Kapitals. Auch die Zahl der Deals stieg im Vergleich zum Vorjahr um 60%. Aktuelle Beispiele der positiven Startup-Kultur in Berlin sind die Fintechs Upvest und Airbank. Ersteres konnte sich neues Kapital i.H.v. über 40 Mio. Euro sichern. Airbank hat umgerechnet knapp 20 Mio. Euro eingesammelt. Gleichzeitig hat der Berliner VC Project A mit 360 Mio. Euro, den bislang größten Fonds in seiner zehnjährigen Unternehmensgeschichte aufgelegt.
Mecklenburg-Vorpommern: Bund will MV Werft kaufen
Die deutsche Marine plant, am Standort der insolventen MV-Werke in Rostock Kriegsschiffe zu warten, daher hat die Bundesregierung ein Kaufangebot vorgelegt, dass nur noch vom Gläubigerausschuss bestätigt werden muss. Und auch für Wismar gibt es ein Angebot: thyssenkrupp Marine Systems (tkMS) soll den Standort übernehmen. Bei guter Auftragslage durch den Bund könnten im Laufe des Jahres 2024 rund 800 Mitarbeitende von tkMS eingestellt werden. Bei zusätzlichem Auftragseingang im Überwasserbereich könnte sich diese Zahl auf über 1.500 Mitarbeitende am Standort Wismar erhöhen.
Sachsen: Mercedes Benz forscht mit sächsischen Partnern für das E-Auto der Zukunft
Mit dem Projekt "Sustainable Electric Architecture Casings (EAC+)" sollen kreislauffähige, nachhaltige und technisch konkurrenzfähige Gehäuse für E-Fahrzeuge entwickelt werden. Die Mercedes Benz AG koordiniert u.a. mit vier sächsischen Partnern die Forschung an einem Produkt, das einerseits den hohen elektromagnetischen Anforderungen der Elektromobilität gerecht wird und andererseits ein hohes Potenzial hat, in verschiedensten Branchen Anwendung zu finden. Aus Sachsen sind am Projekt beteiligt: Fahrzeugelektrik Pirna GmbH & Co. KG, die TU Bergakademie Freiberg und zwei Institute der TU Dresden.
Sachsen-Anhalt: Pharmaunternehmen Aurora liefert eine Tonne Cannabis aus
Das deutsche Pharmaunternehmen Aurora mit dem Standort in Leuna hat die erste Charge Cannabis an die Cannabisagentur ausgeliefert. Das Unternehmen gewann 2019 die Ausschreibung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte und soll über vier Jahre hinweg jährlich eine Tonne Cannabis produzieren. Das Cannabis wird im Chemiepark Leuna unter streng bewachten Bedingungen in einer Indoor-Produktionsstätte hergestellt.
Thüringer Unternehmen spüren Kostendruck – Zahl ausländischer Arbeitskräfte nimmt zu
Nach der jüngsten Konjunkturumfrage der drei Thüringer Industrie- und Handelskammern signalisieren branchenübergreifend rund 80% der Unternehmen von höheren Einkaufspreisen für Energie, Rohstoffen und Waren betroffen zu sein. Gleichzeitig leiden viele Befragte ebenfalls unter einem Arbeitskräftemangel. Der Zuzug von Fachkräften aus dem Ausland gewinnt dabei immer mehr an Bedeutung. Erst jüngst hat dazu die Arbeitsagentur in Thüringen festgestellt, dass sich die Zahl der im Freistaat beschäftigten Ausländer/innen innerhalb der vergangenen zehn Jahre mehr als verfünffacht habe.

Entscheidertermine

05.07.2022
Frankfurt a.M.
Handelsblatt Jahrestagung Zukunft Retail Banking 2022 Zinswende: neue Chancen für das Privatkundengeschäft?
Mehr
05.07.2022
digital
Krieg in Europa: Geopolitische Risiken als Aufgabe für Unternehmen
Mehr
05.07./02.08./06.09.2022
Rostock
After Work Lounge - IHK meets...
Mehr
06.07.2022
Berlin
 
“Made in Berlin“ meets Atlanta, Georgia
Veranstaltung der BFI USA
Mehr
07.07.2022
Dessau
echt.vernetzt 2022
Mehr
13.09.2022
Berlin
 
BaFin-Konferenz „Sustainable Finance“
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13.09.2022
Magdeburg
 
13. Mitteldeutscher Exporttag: „Internationale Lieferketten - nachhaltig, digital, smart gestalten“
Mehr
30.09.2022
Zwickau
 
automotive Forum Zwickau
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Das Beste zum Schluss

Tempelhof Sounds lässt Berliner Erde beben
Ausgelöst durch ein Konzert der Band Florence & the Machine auf dem erstmalig in Berlin stattfindenden Festival Tempelhof Sounds haben gleich drei private Seismografen im Süden der Stadt ausgeschlagen. Mit einer Stärke von 1,4 registrierten Anwohner/innen leichte Erschütterungen in ihren Wohnungen, als viele Fans gleichzeitig zur Musik sprangen. Grund seien jedoch weniger die vielen Konzertbesucher, sondern vielmehr der Untergrund des Tempelhofer Feldes, der Schwingungen gut leite.

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der Sommer kommt und mit ihm die Ferien. Auch wir verabschieden uns für einen Monat und werden dann im September den nächsten FokusOst veröffentlichen. Haben Sie inzwischen Informationen für uns, so schreiben Sie uns gerne unter
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